Podcast: modus I extrem – Die dritte Folge ist online

 

 

Im Rechtsextremismus ist seit langer Zeit eine Tendenz dahingehend abzusehen, dass sich Gewalttaten oder generell rechtsextremer Aktivismus sehr stark in kleinere Gruppen zurückgezogen hat. Unter dem Stichwort des führerlosen Widerstands hat sich seit den 80er Jahren ein Gewaltformat etabliert, das Gewalt in sehr kleinen Gruppen oder eben in einzelne Taten ausführt. Halle würde ich im deutschen Kontext nicht exzeptionalisieren, sondern im globalen Kontext denken. Der Rechtsterrorismus hat sehr stark versucht Einzeltäter anzustiften. Durch Literatur und Bilddarstellungen hat er selbst dazu beigetragen, dass sich Leute radikalisieren, auch gern Zuhause und allein. Strukturen spielen im Rechtsterrorismus gar nicht mehr so die große Rolle. Durch die verschiedenen Internetforen hat sich das sehr stark potenziert. Diese Foren wurden gezielt von Rechtsextremen unterwandert und sie haben dem Rechtsterrorismus eine sehr ironisch humoristische Aufladung gegeben. Sie sind in dem Sinn nicht unbedingt politisch, aber sie haben eine sehr derbe Sprache, dort werden sehr gewaltsame Inhalte geteillt und dort wird auch eine gewisse Schadenfreude empfunden, wenn andere Leute Leid empfinden. Die Verschmelzung von Rechtsterrorismus und digitalen Subkulturen ist gerade in den USA ein strategisches Projekt der extremen Rechten. Das hat eine neue Form der Gewalt ausgeboren und das Attentat in Halle würde ich sehr stark in diesem Kontext verstehen.“

(Maik Fielitz im Interview für den Podcast modus I extrem)

 

Nach dem rechtsterroristischen Attentat in Halle am 9.Oktober 2019 wurde in den Medien von einem “ChanTerrorismus” und einer “Gamifikation” des Terrors gesprochen. Kurz danach hieß es, dass die Gamerszene nun stärker bewacht werden müsse, denn der Attentäter, so die Annahme, sei Gamer und in Gamerforen unterwegs gewesen und habe das Attentat wie ein Computerspiel inszeniert.

 

Kann man diesen Online Foren und Gaming Communities vorwerfen Radikalisierungsbeschleuniger zu sein? Wie genau funktionieren sie und sind sie die Keimzelle für den rechten Terror?

 

Die 3. Folge von modus I extrem geht diesen Fragen im Gespräch mit dem Rechtsextremismus-Experten Maik Fielitz nach.

 

 

 

Der Podcast erscheint im zweiwöchentlichen Rhytmus. Er kann bei Spotify und Apple Podcasts abonniert werden.