REASSURE

Das Researcher Security, Safety and Resilience Projekt

Hintergrund

 

Die akademische Forschung zu Online-Extremismus und Terrorismus birgt einzigartige Risiken. Eines davon ist die wiederholte Exposition gegen√ľber belastenden Inhalten, beispielsweise der detaillierten Analyse von Tausenden von Videos oder Bildern, die von ISIS erstellt wurden. Ein weiteres ist das Potenzial, von illegalen Akteuren online und offline durch Doxing, Trolling oder materielle Bedrohungen angegriffen zu werden. Bisher gab es f√ľr Forscher nur wenige Anleitungen, wie sie mit psychischen Problemen umgehen k√∂nnen, die durch wiederholtes Betrachten von gewaltt√§tigem und anst√∂√üigem Material verursacht werden, oder auch mit den Herausforderungen, virtuell und physisch sicher zu bleiben. Es gibt bisher auch keine umfassende Studie zu diesen Herausforderungen und Risiken.

Das Researcher Security, Safety and Resilience-Projekt (REASSURE) befasst sich genau damit. REASSURE dokumentiert und detailliert Fragen des Wohlbefindens von Forschernden, wie sie von Forschenden selbst erlebt wurden.

Entscheidend ist dann, dass REASSURE Strategien entwickelt, um diese Probleme anzugehen. REASSURE wird auf die Wissensbasis verwandter Bereiche, einschlie√ülich Strafverfolgung, Technologieunternehmen und Journalismus, zur√ľckgreifen, um eine Charta f√ľr Ethik und Sicherheit von Forschern (CARES) zu erstellen. Diese wird auf Forschende zugeschnitten sein, die im Bereich Online-Extremismus und Terrorismus t√§tig sind, und ihnen Anleitungen zu bew√§hrten Verfahren (‚Äöbest practices‚Äė) geben.

Bei REASSURE geht es darum, das Wohlbefinden und die Sicherheit von Forschenden f√ľr Online-Extremismus und Terrorismus durch aktive Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft von Wissenschaftlern auf diesem Gebiet zu verbessern.

 

Phase 1: Feldarbeit

Bisher hat das REASSURE-Team ca. 40 Kollegen zu den Herausforderungen der Forschung in diesem Bereich befragt und ihre Erfahrungen und Vorschl√§ge f√ľr positive Ver√§nderungen (z. B. pers√∂nliche Bew√§ltigungsmechanismen, Technologie-Tools usw.) gesammelt.

Unsere Interviewteilnehmer setzen sich aus einer Reihe von Kollegen zusammen, die √ľber jahrzehntelange Forschungserfahrung verf√ľgen und gro√üe Mengen an extremistischen und terroristischen Online-Inhalten konsumiert haben. Sie kommen von Universit√§ten und Think Tanks in Europa, Nordamerika und Australien. Ein Open-Access-Bericht basierend auf unseren Interviewdaten der Phase 1 ist derzeit in Vorbereitung.

 

Phase 2: Entwicklung bewährter Verfahren

Phase 2 besteht aus einer aktiven Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten im Zusammenhang mit Online-Extremismus und Terrorismus, namentlich Strafverfolgungsbehörden, Journalistenorganisationen, Politik- und Social-Media-Unternehmen sowie aus verwandten Bereichen (z. B. Online-Kindesmissbrauch). Im Hauptsitz von Twitter in Dublin ist ein gemeinsamer Workshop geplant, in dem unsere gemeinsamen Erfahrungen und Herausforderungen gesammelt und diskutiert sowie Möglichkeiten zur Förderung bewährter Verfahren vorgestellt werden.

 

Phase 3: Eine Charta f√ľr Ethik und Sicherheit von Forschern (CARES)

Phase 3 ist die Erstellung einer Charta f√ľr Ethik und Sicherheit von Forschern (CARES), die auf Forschende zugeschnitten ist, die im Bereich Online-Extremismus und Terrorismus t√§tig sind.

 

Wer ist REASSURE?

 

Neben modus|zad sind die anderen Projektpartner VOX-Pol, Hedayah und CYTREC von der Swansea University. Das Projekt wurde w√§hrend im TASM 2019 Projekt-‚ÄěSandkasten‚Äú entwickelt und war eines von zwei Projekten, die ausgew√§hlt wurden, eine kleine F√∂rderung zu erhalten, die sich aus der Finanzierung durch das CHERISH Digital Economy Center der Swansea University sowie Facebook ergibt.

 

Wie ist das Projekt entstanden?

Das Thema des Wohlbefindens und der Sicherheit von Forschenden der Terrorismus- und Extremismusforschung wurde bereits auf einem gemeinsamen CYTREC-VOX-Pol-Workshop ‚ÄěEthik in der Terrorismusforschung‚Äú an der Swansea University im April 2018 angesprochen. Ein zentrales Thema dieser Veranstaltung war die Selbstf√ľrsorge von Forschenden, die Teilnehmer berichteten von Stress, andere Sch√§den f√ľr ihr geistiges und emotionales Wohlbefinden und potenzielle Sicherheitsrisiken sowie ein Mangel an vorhandenen Leitlinien f√ľr den Umgang mit diesen. REASSURE m√∂chte auf den Ergebnissen des Workshops von 2018 aufbauen.

 

Weitere Informationen?

Fragen oder Kommentare zu REASSURE richten Sie bitte an unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter Till Baaken unter till.baaken@modus-zad.de.

 

Bitte folgen Sie uns (@modus_zad) und unseren Partnern (@CYTREC_, @Hedayah_CVE, @VOX_Pol) auf Twitter, um Live-Updates zu erhalten.

 

Aktualisierungen werden auch an dieser Webseite vorgenommen.

Projektinfo

REASSURE

Laufzeit: 08|2019 ‚Äď 12|2020

Ansprechpartner:
Till Baaken

 

E-Mail:
till.baaken@modus-zad.de

 

Telefon:
+49 30 40 75 51 20

 

Kooperationspartner:

CYTREC Text Caps