Es geht los! Unser Podcast: modus I extrem

 

 

Aber vorerst drehen wir das Mikro um und fragen Julia Straßer, Creatorin und Moderatorin des Podcasts, modus | extrem, zum Hintergrundgedanken, dem Sinn und Zweck des Podcasts, und was ihr an der Konzeption und Produktion von modus | extrem am meisten Spaß gemacht hat.

 

 

Julia, warum eigentlich ein Podcast von modus | zad? Was wollt ihr vermitteln und wen wollt ihr mit dem Podcast erreichen?

In unserer Arbeit bei modus haben wir das Privileg spannende Einblicke in die Arbeit und Erkenntnisse sowohl von Wissenschaftler*innen der Extremismusforschung wie auch Berater*innen und Expert*innen der Deradikalisierung und Extremismusprävention zu bekommen. Diese wollten wir gerne teilen – und zwar nicht in Form von text-basierten Studienergebnissen, sondern irgendwie aktueller und näher dran. Da bot sich das Format des Podcasts natürlich an.

In jeder Episode von modus | extrem werden aktuelle Fragen aus dem Bereich Radikalisierung und Extremismusprävention in den Fokus gestellt und dann komme ich mit Expert*innen dazu ins Gespräch. Erreichen wollen wir mit modus | extrem nicht nur Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis im Bereich der Deradikalisierung und Extremismusprävention, sondern auch noch ein etwas breiteres Publikum – Interessierte aus der Wirtschaft, Politik oder Zivilgesellschaft – die mit viel Verwunderung diese Themen in den Medien verfolgen.

 

Welche Fragestellungen hast du dir denn im Podcast vorgeknüpft?

Es wird insgesamt 6 Episoden geben, die im zweiwöchentlichen Rhythmus erscheinen. Die erste Folge erscheint am Freitag 22. November.

 

Meine Kollegin Frauke Seeba und ich wollten erstmal einen generellen Einstieg in das Thema ermöglichen. Deswegen beginnen wir mit ganz fundamentalen Fragen – wie radikalisieren sich Menschen eigentlich? Für wen sind radikale Ideologien attraktiv und wieso? Und ist auch eine De-radikalisierung möglich? Diese Fragen lassen sich am besten von Menschen beantworten, die in der Praxis arbeiten. Deswegen habe ich mich mit Hakan Çelik und Cuma Ülger von der Beratungsstelle des Violence Prevention Networks in Hessen und Fabian Wichmann von Exit Deutschland getroffen. Auf diesem ganz grundsätzlichen Einstieg bauen dann die kommenden Folgen auf, die sich spezifischer mit einzelnen aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigen.

 

Was gibt es online eigentlich so, was mich radikalisieren könnte, wie funktioniert das und welches Kalkül steckt dahinter? Dafür waren Journalist und Soziologe Sören Musyal und modus I zad Mitarbeiter Till Baaken zu Gast. Till untersucht salafistische YouTube-Kanäle und hat einen spannenden Einblick in seine Beobachtungen gegeben. Mit Sören habe ich mich über die online Strategien der radikalen Rechten unterhalten.

 

Sören verwies auf die Bedeutung unterschiedlicher Foren und Imageboards wie zum Beispiel 4Chan oder 8Chan und deren Einfluss auf Radikalisierungsverläufe. Dann ereignete sich das Attentat in Halle im Oktober dieses Jahres und in den Medien wurde von Chanterrorismus und Gamification des Terrors gesprochen. Da war klar, dass wir auf diese Thematik eingehen müssen. Im Gespräch mit dem Wissenschaftler Maik Fielitz vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg haben wir uns mit den Fragen beschäftigt, wie diese Foren eigentlich funktionieren, welchen Einfluss sie haben und was innerhalb der Medienberichterstattung nach dem Attentat passiert ist.

 

Im Gespräch mit Flemming Ipsen, einem Mitarbeiter von Jugendschutz.net, haben wir gemeinsam überlegt in wie weit sich radikale Gewaltaufrufe und Gewaltdarstellungen extremistischer Gruppen in den letzten Jahren verändert haben. Welche Wirkung haben bessere Löschfunktionen einzelner Social Media Unternehmen erzielt?

 

Gerade in der Lebenswelt jüngerer Menschen, die eventuell radikalisierungsgefährdeter sind, spielt Musik eine zentrale Rolle. Im Gespräch mit dem Islamwissenschaftler Dr. Behnam T. Said, der sich mit Naschids im Kontext jihadistischer Mobilisierung beschäftigt, sowie Flemming Ipsen, der zu rechtsradikaler Musik forscht, haben wir uns gefragt ob Musik auch radikalisieren kann?

 

Mit Naturschutz und Umweltschutz verbinden viele alternative Lebensformen und linke Ideen. Gerade auf diesem Gebiet gibt es aber sehr aktuelle rechtsextreme Entwicklungen. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es seit einigen Jahren die Organisation FARN (Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz) gibt. Mit dem Fachstellenleiter Lukas Nicolaisen haben wir über die historischen und aktuellen Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit extrem rechten und völkischen Strömungen gesprochen.

 

Was hat dir am meisten bei der Konzeption und Produktion des Podcasts Spaß gemacht?

Ich fand es total spannend mit so vielen unterschiedlichen Expert*innen ins Gespräch zu kommen und so viele Einblicke in verschiedene sehr aktuelle Themen zu erhalten. Faszinierend fand ich, dass die Themen zwar auf den ersten Blick betrachtet für sich selbst stehen, während der Interviews doch immer wieder deutlich geworden ist, wieviel diverse Verweise und Bezüge es aufeinander gibt. Darüber hinaus hat jedes Expert*innengespräch neue Ideen für Gegenstrategien der Extremismusprävention aufgeworfen.

 

 

 

Der Podcast startet am Freitag 22. November im zweiwöchentlichen Rhytmus. Er kann bei Spotify und Apple Podcasts abonniert werden.