Safe Digital City Berlin

Online-Hass, Desinformation und Polarisierung in den digitalen Räumen Berlins verstehen und bekämpfen 


Hintergrund

Digitale Räume spielen eine zentrale Rolle für politische Meinungsbildung, gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und demokratische Teilhabe. Gleichzeitig sind sie zunehmend Schauplätze von Online-Hass, Desinformation und politischer Polarisierung. Sie befeuern eine schnelle, großflächige Verbreitung extremistischer Ideologien und die Anfeindung und Bedrohung schutzbedürftiger Personen und Gruppen. Diese Dynamik stellen eine zunehmende Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Schutz demokratischer Werte dar und erfordern eine systematische und lokal ausgerichtete Auseinandersetzung.  

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt „Safe Digital City Berlin“ das Ziel, zu einer sichereren, inklusiveren digitalen Demokratie in Berlin beizutragen und die Online-Sicherheit für alle Bürger*innen zu verbessern. Dazu werden digitale Bedrohungslagen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt erstmals systematisch auf lokaler Ebene der Berliner Bezirke analysiert, um diese besser verstehen und wirksame Gegenstrategien entwickeln und weiterdenken zu können.


Untersuchung zu Hass in Berliner Online-Räumen

In der ersten Phase des Projekts „Safe Digital City Berlin“ erfolgte eine Erhebung zu „Hass und Polarisierung in der digitalen Öffentlichkeit Berlins“ (2025). In diesem Rahmen wurde untersucht, in welchen digitalen Räumen in Berlin Hass, Extremismus und Polarisierung besonders verstärkt auftreten, welche Personengruppen gezielt angegriffen werden und welche Themen als Auslöser polarisierender Diskurse fungieren oder zur Verbreitung extremistischer und antidemokratischer Narrative beitragen.

Die Methodik dieser Studie basiert auf erprobten Analyseverfahren der Safe-Digital-City-Programme aus Skandinavien und wurde gezielt an den Berliner Kontext angepasst. Sie umfasst KI-gestützte Sentiment-Analysen, Open-Source-Intelligence- (OSINT)-Verfahren und qualitativen Forschungsmethoden.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden zugleich die Basis für die zweite Projektphase.


Entwicklung von Gegenmaßnahmen

In der zweiten Projektphase werden die Ergebnisse der Studie in die strategische und praktische Umsetzung überführt. Aufbauend auf der ersten Projektphase entwickelt das Projekt „Safe Digital City Berlin“ eine langfristige Präventionsstrategie und einen Aktionsplan für den digitalen Raum in Berlin unter Einbezug verschiedener Berliner Akteur*innen aus Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, Sicherheitsbehörden, Schulen, Jugendämtern, Bildungsangeboten und Medienunternehmen.

Ziel dieser Phase ist es, identifizierte Präventionslücken gezielt zu schließen, bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln und neue, auf die digitalen Realitäten Berlins zugeschnittene Interventionen zu konzipieren und zu testen. Die Entwicklung der Gegenmaßnahmen erfolgt dabei kooperativ und praxisnah unter Einbindung zentraler Akteur*innen.


Partner

Safe Digital City Berlin wird umgesetzt von Nordic Safe Cities und modus|zad. Das Projekt wird gefördert durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Rahmen des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention.